Mit Fantasie wird auch Ihr Kind Gemüse essen

Im ersten Teil "So mögen Kinder Gemüse", haben wir Ihnen schon verschiedene Tipps vorgestellt, wie Sie Ihren Kindern Gemüse schmackhaft machen können. In diesem Beitrag wird die Fantasie der Eltern herausgefordert. Mit liebevoller Konsequenz und ein paar Tricks wird auch Ihr Kind ohne Murren Gemüse essen und lieben lernen.
Lustige Formen
Kleine Herzchen aus roter Beete, Sternchen aus Möhrenscheiben, ein Smiley aus kleinen Röschen vom Broccoli oder Blumenkohl gelegt, lassen Sie einfach Ihre Fantasie spielen. Die meisten Kinder probieren diese lustigen Gemüseformen mit Freude.
Freunde einladen
Klappt nicht immer, aber immer öfter. Sie kennen die meisten Freunde Ihrer Kinder und deren Eßgewohnheiten sicherlich ganz gut. Laden Sie die Freunde ein, die Gemüseliebhaber sind (ja, die gibt es). Stellen Sie einen Teller mit Sticks aus Möhren, Gurken, Mairübchen und Paprika und einem entsprechenden Dipp zum „Wegnaschen“ auf den Küchentisch. Wenn das Gemüse den Freunden schmeckt und diese heftig zulangen, wird Ihr Kind nicht sagen: „Bäh Gemüse“. Es wird auf jeden Fall zufassen und mitessen. Sie als Eltern können so den Gruppenzwang der Gleichaltrigen mal für sich ausnutzen.
Gemüse Verstecken
Eine weitere Möglichkeit kann das Verstecken von Gemüse in anderen Gerichten sein. So können Sie Gemüse im Backteig verstecken und das ganze dann frittieren oder in der Pfanne braten. Vor dem Verzehr sollte der Bratling auf einem Küchentuch gut abtropfen. Das Küchetuch nimmt dabei eine Menge vom unerwünschten Fett auf. Ein ähnliches Ergebnis liefert geraspeltes Gemüse versteckt in Kartoffelpuffer oder in Mettbällchen. Auch mit dieser versteckten Methode gewöhnen sich die Kinder allmählich an den Geschmack des Gemüses.
Pürieren
Bei hartnäckigen Gemüseverweigerern können sich Eltern oft nur noch mit Pürieren helfen. Das Gemüsepüree wird dann in Suppen oder Soßen eingerührt und unkenntlich gemacht. Dadurch, dass das Gemüse nicht mehr erkennbar ist, essen die meisten Kinder das Gericht trotz der Gemüseeinlage. Diese Kinder dürfen aber bei der Zubereitung nicht helfen oder zugucken. Sobald sie erkennen, dass im Gericht Gemüse verarbeitet wurde, werden sie es aus Prinzip nicht essen.
Bloß kein Zwang
Die Kinder zum Gemüseessen zu zwingen, bringt im Normalfall gar nichts. Mit dem Zwang, du musst dein Gemüse essen, artet jede Mahlzeit zu einem Kampf aus. Und Kinder haben bekanntlich die besseren Nerven - hier können Eltern nur verlieren.
Niemals wenn, dann
Verführen Sie Ihr Kind nicht mit: „Wenn du dein Gemüse ist, dann bekommst du auch Nachtisch oder Süßes oder ein bestimmtes Spielzeug“. Gemüse zu essen ist eine Notwendigkeit und keine Verhandlungssache.
Fazit
Es gibt viele Möglichkeiten und Tricks Ihrem Kind die verschiedenen Gemüsesorten schmackhaft zu machen. Ein dickes Lob für freiwilliges Probieren ist immer ein guter Weg. Über kurz oder lang wird auch der hartnäckigste Gemüseverweigerer unter konsequentem Probier-Gebot ein oder zwei Lieblingssorten finden. Und das ist für den Anfang völlig ausreichend. Man muss nicht jedes Gemüse mögen, selbst viele Erwachsene würden beim Anblick von Grünkohl lieber die Füße in die Hand nehmen und ganz schnell weglaufen.
Mit Hilfe einer großen Auswahl an Gemüse wird auch Ihr Kind zum Gemüseesser und vielleicht sogar zum Gemüseliebhaber werden. Probieren Sie es aus.

