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Fenster im Altbau sanieren - sinnvoll oder Geldverschwendung?

Fenstersanierung
Alexander Hupe

In allen Größen und Formen bringen Fenster das Licht und die Sonne in unser Heim. Trotz dieser erhellenden Eigenschaft gelten sie aber auch als Energie verschwendende Schwachstellen in den Fassaden unserer Häuser. Der vorzeitige Austausch ist deshalb beinah zu einer Modeerscheinung mutiert - Fenster auszutauschen ist ein Trend.

Wärmeschutzverglasung und Lärmbelästigung

Hierbei ist zunächst zu beachten, dass der Austausch von alten Fenstern gegen neue an vielerlei Auflagen geknüpft ist. So schreibt der Gesetzgeber in diesem Fall beispielsweise eine Wärmeschutzverglasung zwingend vor. Dies ist einer der Gründe, warum die Fensterindustrie in Deutschland ständig neue Hightech-Produkte entwickelt.

Der Hauptgrund zum Fensteraustausch ist die Lärmbelästigung. Hoher Straßenlärm wird Hausbesitzer immer dazu veranlassen, über einen Tausch der Fenster nachzudenken. Neben den eigentlichen Verursachern des Lärms, wie Autos oder Flugzeugen ist für die permanente Störung oft auch ein schlechtes Fenster verantwortlich. Da sich die Lärmquellen in der Regel nicht beseitigen lassen, kann hier der Einbau neuer Fenster tatsächlich Abhilfe schaffen. Dies muss aber nicht die ideale Lösung sein.

Energieeinsparung

Ein weiter Hauptgrund für einen Fenstertausch ist und bleibt jedoch die Hoffnung, durch diese Maßnahme Energie zu sparen. Gutachter weisen in diesem Zusammenhang mit spektakulären, vermeintlich leicht lesbaren Thermografien auf angebliche Schwachstellen der Fassade hin und fördern so die Bereitschaft zum Austausch der Fenster. Tatsächlich ist die Energieeffizienz dieser Maßnahme jedoch umstritten.

Wie sinnvoll ist der Austausch?

Über viele Jahrhunderte ist die Menschheit mit einfach verglasten Fenstern ausgekommen. Erst seit ungefähr 30 Jahren bietet die Fensterindustrie - vor allem in Deutschland - immer aufwendiger verarbeitete Fenster an und propagiert deren Verwendung. So soll zum Austausch der Fenster animiert werden. Versprochen wird hierbei, dass diese Maßnahme zum Teil erhebliche Energieeinsparmöglichkeiten bietet.

Unerwähnt und von der Fensterindustrie sogar gern vollständig verschwiegen, bleibt jedoch ein Folgeproblem. So kommt es nach dem Einbau neuer Fenster oft zu Schimmelbildung an den Innenwänden. Die Dichtigkeit der neuen Fenster macht es nämlich unmöglich, dass feuchte Raumluft nach außen entweichen kann. Diesem Problem ist nur durch tägliches, wiederholtes Stoßlüften zu begegnen. Angeblich (so verspricht es die Industrie) ist dieses Problem mit der Dämmung der Fassade zu beheben, aber dies ist ein anderes Thema. Allerdings gibt es bislang keine Langzeitstudie, die eine nennenswerte Energieeinsparung (durch den Einbau neuer Fenster bei gleichzeitiger Fassadendämmung) tatsächlich nachweisen würde.

Abschließend bleibt folgendes festzuhalten:

Da bislang keine seriösen Untersuchungen zur tatsächlichen Möglichkeit einer nennenswerten Energieeinsparung durch den Austausch von Fenstern vorliegen, sollte man sich durch "seriöse" Versprechen der Industrie und Politik nicht verwirren lassen. Deren optimistische Zahlen basieren hauptsächlich auf Rechenbeispielen und Laborergebnissen.

Für einen Austausch der alten gegen neue Fenster sprechen vorläufig nur Lärmschutzgründe oder aber persönliche Komfortwünsche. Eine Kostenamortisierung durch Energieeinsparung ist jedoch unwahrscheinlich. Wer jedoch trotz allem auf dem Einbau neuer Fenster besteht, sollte hierbei unbedingt auf einen fachgerechten Einbau achten.

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